Montag, 20. November 2017

Rezension zu „Dämonengrab“

In dem Dörfchen Brensacker leben die Leute ein recht beschauliches Leben. Es ist nicht einfach, doch die Dorfgemeinschaft hält zusammen. Auch sieht die Ernte dieses Jahr sehr gut aus, was einige Lichtblicke ins Dorfleben bringt.

Doch gerade, als alles perfekt erscheint, zieht ein seltsamer Sturm auf. Er bricht so mächtig über das Dorf herein, dass einiges zu Schaden kommt. Vor allem die Ernte ist fast zerstört. Als alle damit beschäftigt sind, Häuser und Schuppen zu reparieren, zieht Varjan lieber los und sieht sich den mächtigen Erdrutsch an.

Als Ordo, sein Freund, ihn suchen geht, findet er ihn mitten in den Schlammmassen. Varjan hat den Eingang des längst verschütteten geheimen Tempels gefunden. Natürlich steigen er und Ordo in die Tiefe um unermessliche Schätze zu finden und Abenteuer zu erleben. Doch aus dem vorwitzigen Spiel wird bitterer Ernst.

„Dämonengrab“ ist ein Fantasy Roman aus der Feder des Autors Jörg Benne.

Die Geschichte fängt recht locker und leicht an. Ich musste auch schon das ein oder andere Mal schmunzeln. So hat mir die toughe Gardistin Nilra sehr gut gefallen. Sie konnte z. B. nicht verstehen, dass es normal ist eine Schankmaid zu betatschen. Oder die Figur des Inspektors. Irgendwie passte die Bezeichnung nicht in diesen Roman, aber gerade deswegen hat sie mir so gut gefallen.

Die einzelnen Charaktere machen während der Story auch mehr oder weniger eine Wandlung mit. So ist Ordo am Anfang ein kleiner Junge, der aber von Seite zu Seite reift und am Ende Entscheidungen trifft, die man ihm an Anfang nicht zugetraut hätte.

Die Mischung der einzelnen Personen ist sehr gelungen. Auch kann sich keiner seines Lebens in dem Tempel sicher sein.

Mir hat die Story und der Schreibstil sehr gut gefallen. Der Spannungsbogen passte bis zum Ende hin. Er hat mich auf den letzten Seiten auch nicht aus seinen Klauen gelassen. Bis zum letzten Buchstaben dachte ich, da kommt doch noch eine Kralle am Ende, packt mich und zerrt mich mit in die Tiere.

Ich kann den Roman wirklich weiter empfehlen. Wenn einem der Dämon erst einmal im Griff hat, kann man fast nicht mehr aufhören zu lesen.


5 / 5 Sterne


Rezension zu „Wild Sketches 1“

„Wild Sketches 1“ ist ein Skizzenzeichenbuch aus der Feder des Autors Luis Royo.

Auf über 200 Seiten kann man schwarz weiß Zeichnungen des Autors bestaunen.

Die Zeichnungen sind ein Mix aus Bleistift, Kohle und Tusche.

Die Bilder sind im gewohnten Stiel des Autors einfach genial. Auch wenn ich mir manchmal etwas mehr Stoff an den Damen gewünscht hätte. Ich muss wirklich nicht bei recht vielen Damen bis in den hintersten Winkel sehen können.

Das Buch ist auf jeden Fall eine tolle Ergänzung zu einer Luis Royo Sammlung. Bei mir bekommt der Band seinen Platz bei den anderen Royo Bildbänden. Außerdem bin ich jetzt auf der Jagd nach dem zweiten „Wild Sketches“ Band.


5 / 5 Sterne


Rezension zu „Die Blausteinkriege III – Der verborgene Turm“

Das Chaos im Land wird immer gewaltiger. Wird auf der einen Seite nach dem Leben des Kaisers und der Kaisermutter getrachtet, bereitet man sich auf der anderen Seite vor, alte Götter zum Leben zu erwecken.

Zum Verzweifeln ist es, dass die Helden der Geschichte in alle Winde zerstreut sind. Mit allen Mitteln versuchen sich die Freunde wieder zu treffen um zusammen nach Berun zu gelangen um Kaiser und Kaisermutter zu warnen und ihnen beizustehen.

Doch sind sie alle so stark um gegen alle Fronten bestehen zu können? Kommen sie noch rechtzeitig an, um das schlimmste zu verhindern?

„Die Blausteinkriege III – Der verborgene Turm“ ist der dritte und letzte Band aus der Serie aus der Feder des Autoren Duos T. S. Orgel.

Ich fange hier mit dem Cover an. Es fing beim ersten Band mit kühlem Blau an. Ging dann bei Band zwei in Orange über um beim dritten Teil in Rot zu enden. Der Inhalt steigert sich auch mit den entsprechenden Farben und Intensionen. Das Cover hier ist wirklich wieder beeindruckend. Man kann direkt schon die Konflikte sehen, die im Text ausgetragen werde.

Das Buch selbst ist wieder interessant gestaltet. Am Anfang im Umschlag befindet sich die Karte. Bunt und sehr übersichtlich und deutlich. Auf Seite 617 folgend findet man dann das Personenverzeichnis, Götter und Reisende, das Glossar und die Danksagung. Ganz speziell sind hier die letzten sechs Seiten, die man nicht übersehen sollte. Es ist hier wie im Kino, wo ab und an nach dem Abspann noch eine kleine Sequenz zu sehen ist. Also, nicht übersehen!

Gestartet wird das Buch dann mit vier Seiten Zusammenfassung, was bisher geschah. Ich fand das sehr gut und vor allem nicht übertrieben in die Länge gezogen. Danach folgen dann nochmal zwei Karten mit vergrößerten Ausschnitten der wichtigen Punkte.

Der Schreibstil der Autoren ist wie bekannt, einfach phantastisch. Ich finde ihn spannend, steigernd und mitreißend.

Die Figuren wachsen mit den Seiten immer mehr. Sie machen Fortschritte und ändern sich, sie lernen einfach mit der Zeit mit.

Auch die Kämpfe sind sehr gut beschrieben. Es wird nicht alles bis ins kleinste Detail erklärt und blumig tausendfach geschrieben. Und gerade dieser Schreibstil gefällt mir unheimlich gut. Nicht den Touch bissigen Humors zu vergessen. Orgel Humor ist einfach auch mein Humor. Trocken, schwarz und einzigartig.

Ich weiß nicht, was ich noch sagen soll, ich bin von den drei Bänden, dem Schreibstil und den Autoren einfach begeistert. Ich kann sie nur weiter empfehlen.


5 / 5 Sterne


Rezension zu „Im finsteren Eis“

Das Versorgungsschiff „Arctic Promise“ verliert in einem Sturm jegliche Orientierung. Alle Systeme fallen aus. Nicht einmal einen Funkspruch kann noch abgesetzt werden. Der Kapitän fährt unbeirrt weiter, weil er glaubt, er kann das Schiff aus dem Sturm bringen. Am nächsten Tag müssen die Männer der Besatzung jedoch feststellen, dass sie von dickem Eis umschlossen sind.

Relativ schnell stellt die Besatzung fest, dass sie nicht auf dem Schiff bleiben können. Vor allem, weil fast alle Mitglieder mittlerweile an einer seltsamen Krankheit leiden. So macht sich ein Trupp auf in Richtung eines Punktes am Horizont, mit der Hoffnung, dort Hilfe zu finden.

„Im finsteren Eis“ ist ein Roman aus der Feder des Autors Bracken Macleod.

Die Inhaltsangabe hört sich absolut spannend an. Vor allem die letzten Zeilen „Sie ahnen nicht, dass in dem Schiff bereits etwas haust … etwas Böses …“. Ehrlich gesagt? Das Buch ist bereits beendet und ich warte immer noch auf dieses „Böse“, das auf dem Schiff hausen soll.

Um vorne anzufangen. Das Buch ist das langweiligste Buch, das ich dieses Jahr in den Händen hatte. Ich hatte wirklich schon einige schlechte Exemplare dieses Jahr erwischt, aber das hier, glaub ich, ist der Spitzenreiter.

Das Buch besteht aus rund 412 Seiten. Meiner Meinung nach, hätte die Geschichte eine absolut geniale 20 Seiten Kurzgeschichte werden können. Aber mit so wenig Inhalt 412 Seiten zu füllen, ist schon eine Leistung.

Die ersten 200 Seiten bestehen nur aus Sturm und Eisscholle. Spannung kam für mich da wirklich nicht auf. Ok, die Leute wurden unerklärlich krank. Der Hauptcharakter Noah wurde ziemlich von Kapitän Brewster fertig gemacht. Noah tat mir aber auch nicht wirklich leid, er nervte einfach nur. Wobei der Hass zwischen den beiden auch nicht wirklich glaubhaft dargelegt wurde.

Nach den ersten 200 Seiten kamen dann rund 10 Seiten die wirklich interessant waren. Allerdings hatte ich danach auch die komplette Geschichte durchschaut. Wer ab und zu Science Fiction liest oder ansieht, kommt genauso schnell zu dem Ergebnis, wie ich.

In den restlichen 200 Seiten stieg zwar der Actionanteil, doch machte es das Ganze nicht wirklich besser. Nur weil es da rasanter zuging, heißt das nicht gleich, dass die Story auch besser wurde. Für mich lief das alles einfach absolut voraussehbar ab. Es gab keine überraschenden Wendungen oder Erkenntnisse.

Das wirklich beste am Buch befand sich auf Seite 261/262. Da dachte ich auch kurz, ganz kurz, jetzt fängt das Buch endlich mal an, spannend zu werden. Ich möchte das Gespräch hier gerne wiedergeben. Also bitte Vorsicht, ab hier:

Vorsicht! Spoiler!!
„… Wir sind jetzt seit einer Stunde hier, und die einzige Person, die ich auf dieser Bohrinsel zu Gesicht bekommen habe, sind Sie. Wo ist der Rest der Mannschaft?“

Antwort: „Sie haben gerade einen von ihnen kennengelernt. Wie hat Ihnen der zweite Offizier geschmeckt?“

Da dachte ich dann kurz, jetzt kommt das Böse an Bord zum Vorschein. Nein, es war leider nur ein kleiner Scherz am Rande.

Spoiler Ende!!

Das Ende fand ich dann auch wirklich, ich nenne es einfach mal, verzweifelt. Man brauchte ein Ende zum Buch, damit es endlich abgeschlossen ist. Ob das Ende rund wird und wenigstens auch nur annähernd Sinn ergibt, war bei dem Buch egal. Hauptsache das Ende ist gekommen.

Gut, man könnte aufführen, dass man hier über ein rundes oder aufgeklärtes Ende streiten könne. Wenn man so eine Story schreibt, die man eigentlich nicht unbedingt unter der Sparte „Roman“ führen kann, sondern eher ein phantastischer oder futuristischer Roman darstellt, kann das Ende durchaus unrealistisch und offen sein.

Könnte man so anführen in dieser Sache, könnte man ... tue ich aber nicht. Das gesamte Projekt ist einfach nicht ausgereift, langweilig und langatmig. Ich streite nicht ab, dass die Idee, die hinter dem Plot steckt schon recht gut ist. Trotzdem kann ich nicht behaupten, dass der Autor dies spannend und mitreißend auf das Papier bringen konnte.

Ich kann das Buch nicht wirklich guten Gewissens weiter empfehlen.


1 / 5 Sterne


Freitag, 17. November 2017

Rezension zu „Memory Man - HB“

Amos Decker ist tief gefallen. Seine Familie wurde brutal ermordet. Er stürzt regelrecht in die Gosse ab. War er einst ein guter Cop, ist er jetzt mehr schlecht als recht ein mittelmäßiger Detektiv.

Dann trifft er eines Tages seine alte Kollegin wieder. Die erzählt ihm, dass sich ein Mann gemeldet hat, der die Morde an seiner Familie gesteht. Decker muss unbedingt mit dem Mann reden.

Fast gleichzeitig geschieht in einer Schule ein Amoklauf bei dem mehrere Lehrer und Schüler erschossen werden.

Haben die zwei Ereignisse etwa miteinander zu tun?

„Memory Man“ ist der erste Teil der Serie um den abgehalfterten Detektiv Amos Decker aus der Feder des Autors David Baldacci.

Ich habe das Buch als gekürztes Hörbuch genossen. Der Sprecher Dietmar Wunder hat hier wieder absolut geniale Arbeit geleistet. Ich glaube, hätte es hier nicht so ein guter Sprecher gegeben, hätte ich dem Hörbuch einen Stern weniger gegeben.

Der Geschichte an sich hat schon ein paar Haken, die nicht ganz passen. So wird zum Beispiel mit seiner Frau und Tochter der Schwager ermordet. Bis zum Ende des Hörbuches wird nicht geklärt, warum der Schwager Bier trinkend in seiner Küche saß. Bzw. was seine Schwestern dazu gesagt haben. Zumal beide nicht in der Nähe wohnten. Ich mutmaße, dass es sich hier um einen Übersetzungsfehler handeln könnte. Kann aber auch sein, dass das Thema im ausführlichen Buch besser erklärt und für das Hörbuch heraus gekürzt wurde.

So gibt es eben auch noch mehrere Dinge, die etwas unlogisch erscheinen. Auch das Ende war vielleicht etwas an den Haaren herbei gezogen und nicht ganz schlüssig. Gerade das Ende selbst fand ich jetzt wieder ein typisches einfaches Ende eines Krimi / Thrillers.

Trotzdem hat mir das Hörbuch im Großen und Ganzen gut gefallen. Ich glaube wirklich, dass der Sprecher hier sehr viel dazu beigetragen hat, dass ich dem Buch volle 5 Sterne vergebe.

Amos Decker selbst fand ich genial dargestellt. Es war hier mal nicht der smarte, gutaussehende Herzensbrecher, wie sonst immer in Büchern. Er war übergewichtig und herunter gekommen. Klar war er übertrieben dargestellt. Mit seinem Superhirn könnte er Superman ohne weiteres Konkurrenz machen. Auch die Tatsache, dass man mehr als zweimal erwähnen musste, dass er sein Superhirn bei einem Sportunfall bekommen hat, war zwar unnötig, hat mich jetzt aber nicht so gestört.

Genervt hat mich diese geläuterte Journalistin. Die war für mich einfach unglaubwürdig. Kann sie aber auch gerade noch so verkraften, da sie doch eher in einer Nebenrolle steckte.

Es war das erste Buch von David Baldacci dass ich gelesen, bzw. gehört habe. Es wird wohl auch nicht das letzte gewesen sein. Den zweiten Teil „Last Mile“ habe ich bereits als Hörbuch hier liegen und es wird in den nächsten Tagen gehört.


5 / 5 Sterne


Dienstag, 14. November 2017

Rezension zu „Die Verblendeten“

Ayse Yilmaz ist auf der Flucht vor ihrer Familie. Eingesperrt und zwangsverheiratet will sie so nicht mehr weiter leben. Sie ist seit drei Jahren untergetaucht und hat einen neuen Freund. Doch als sie nach einem Streit mit ihm nach Hause kommt, ist ihre Wohnung aufgebrochen. Panisch ruft sie die Polizei, weil sie ihren Ehemann und Bruder in der Wohnung vermutet. Die Polizei findet jedoch den ermordeten Freund von Ayse.

Zuerst gerät sie in Verdacht, ihn umgebracht zu haben. Doch schnell kann Hauptkommissarin Liecke erkennen, dass Ayse unter Opferschutz gestellt werden muss. Nach und nach ergeben sich erschreckende Erkenntnisse in dem Fall. Es ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick erscheint.

„Die Verblendeten“ ist ein Krimi aus der Feder des Autorenduo Jutta Siorpaes und Jörg Schmitt-Kilian. Bekannt sind die Beiden unter dem Namen Jusi Joesk.

Der Krimi ist in der Gegenwart geschrieben. Ich tue mir damit immer etwas schwer, weil ich die Erzählweise etwas seltsam finde. Dies ist aber nur ein persönliches Problem und ich wollte es nur erwähnt haben, hat aber nichts mit meiner Bewertung an sich zu tun.

Die Story selbst ist wirklich spannend geschrieben. Der Inhalt ist soweit gut heraus gearbeitet und bietet einiges. Die Charaktere selbst sind entweder sympathisch, wie Hauptkommissarin Liecke oder unausstehlich wie Kommissar Lukas Arnold. Man stolpert auch über einige spannende Wendungen in dem Fall. Ich fand das Buch bis Seite 332 wirklich gelungen in allen Ecken und Kanten, auch wenn mir manchmal einige Verbindungspunkte gefehlt haben.

Danach hätte ich dann auch besser das Buch zur Seite gelegt und mir die letzten 40 Seiten erspart. Dann wäre ich hier immer noch begeistert und hätte Stoff für eine 5 Sterne Rezension. Ich habe das Buch allerdings fertig gelesen und das hat mir dann die ganze Euphorie genommen.

Auf den letzten Seiten musste dann unbedingt und mit aller Macht noch eine Liebesgeschichte reingequetscht werden. Dazu kommt dann noch, dass es die unglaubwürdigste und unnötigste aller Zeiten ist. Es hat mir die Person Lena Liecke mit einem Schlag absolut unsympathisch gemacht.

Dazu kommt, dass die Lösung des eigentlichen Falles nur noch so hopplahopp im Hintergrund abgearbeitet wird. Es kam mir schon so vor, als hätten die Autoren selbst keinen richtigen Plan, wie sie den Fall rund hätten abschließen können. Da gesteht der Täter am Ende einfach alles so mir nichts dir nichts. Super, dann braucht man gar keine Beweise mehr vorzulegen. Mir hätte es besser gefallen, wenn anstatt des Liebesgeturtels einfach die Lösung des Falles anständig behandelt worden wäre.

Die letzten drei vier Seiten sind dann wieder bombe, wie der Anfang des Buches.

Der Fall selbst ist sehr interessant und passt in unsere Zeit. Jedoch waren mir manche Verbindungen nicht so ganz klar und ich hätte mir noch mehr Auflösung darin gewünscht.


3 / 5 Sterne


Samstag, 11. November 2017

Rezension zu „Die Gabe der Könige“

Fitz Chivalric ist der Bastard des Königs. Er ist am Hofe geduldet, hat aber keine großen Aufgaben. Trotzdem ist ihm der ein oder andere wohl gesonnen und er erhält sogar eine Ausbildung.

Er wird heimlich zum Assassinen ausgebildet und steht in Lohn und Brot beim König.

Dann wird das Land von Piraten angegriffen. Horden fallen in das Land ein und verwandeln die Menschen zu sogenannten Zombies. Gefühllos fallen diese Menschen über ihre Nächsten her.

Fitz muss sich diesem Gegner stellen. Doch reicht seine Kraft aus, um den Massen die Stirn zu bieten?

„Die Gabe der Könige“ ist der erste Band der Reihe „Die Chronik der Weitseher“ von Robin Hobb.

Die Cover der Bände lassen an „Das Lied von Eis und Feuer“ denken. Optisch verziert mit dem Hirsch, dem Wolf und dem Greifen. Dazu findet man auf dem Umschlag auch einen Aufkleber von George R.R. Martin. OK, mittlerweile muss der Name wohl auf Fantasy Büchern stehen, damit sie verkauft werden. Keine Ahnung, ob der Autor selbst so viel Zeit hat, solche Berge an Bücher zu lesen, zu denen er seine Meinung aufdrucken lässt. Gut, das ist eine andere Sache …

Den Inhalt der Geschichte fand ich leider mehr als zäh. Fantasy ohne Elfen, Drachen, Zwerge und Konsorten finde ich im Prinzip sehr gut. Es muss nicht immer eine immens große ausgedachte Welt sein. Doch hier kam mir die Welt eigentlich sehr mikrokosmisch vor. Das Königreich bestand im Großen und Ganzen aus einer Stadt und einem Dorf. Bei dem Piratenangriff schaffte es der König nicht einmal, eine kleine Armee aufzustellen. Womit hat er eigentlich sein Königreich erobert und hält es?

Auch mit den Charakteren kam ich nicht ganz klar. Fitz war mir eigentlich so richtig egal, er nervte mich regelrecht schon. Ich fand es weder lustig noch niedlich, wie er sich ständig so dämlich benahm. Auch diese supertolle Assassinen Ausbildung verstand ich nicht. Wenn man nur im Giftmischen ausgebildet wird, ist man kein Assassine. Die Autorin hätte hier besser eine andere Bezeichnung nehmen sollen.

Die Piraten erschufen Zombies. Nun gut, die Elfen und Fantasiegestalten fehlen hier in dem Buch, doch geht es dann eben nicht ohne Zombies. Die Idee war ganz nett, doch nicht wirklich mein Geschmack.

Zum Ende hin wurde die Geschichte dann noch etwas spannend. Jedoch nicht wirklich so spannend, dass ich den zweiten Teil noch lesen müsste.

Der Schreibstil der Autorin ist ausführlich und blumig geschrieben. Sie liebt es alles bis ins kleinste Detail zu erzählen. Mit Sicherheit gibt es viele Leser, die sich in solchen Ausführen fallen lassen können. Mir ist es einfach zu viel, wenn mir genau erklärt wird, wie der Duft zusammengestellt riecht.

Für meinen Geschmack hätte das Buch um die Hälfte gekürzt sein können. Dann wäre es mit Sicherheit spannender gewesen. Aber, man muss heute ja mindestens Trilogien erschaffen. Wobei dieses Werk ja eigentlich schon 1995 geschrieben und nur neu aufgelegt wurde.

Für Fans ist das Buch mit Sicherheit ein Schmaus, mir lag es eher etwas schwer im Magen. Die Story war mir einfach zu zäh und hatte zu viele unsympathische Charaktere, um hier mehr als zwei Sterne zu vergeben.


2 / 5 Sterne